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Gabriele Szczegulski, Bietigheimer Zeitung, 28. Oktober 2022

»Nationalheiligtum« sucht nach Anerkennung

Die Städtische Galerie präsentiert die erste große Ausstellung der niederländischen Künstlergruppe De Ploeg in Deutschland.

»Niederländische Expressionisten hatten und haben es schwer: Die Konkurrenz durch die holländischen Meister der letzten Jahrhunderte wie Rembrandt, van Gogh und Konsorten ist zu übermächtig. Der niederländische Expressionismus kam nach dem Ersten Weltkrieg zu wenig Ehren. Aber da gibt es die Stadt Groningen, sozusagen ein gallisches Dorf. Aus diesem kommen die Werke, mit der die neue Ausstellung »Die expressionistische Künstlergruppe De Ploeg« in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen bestückt ist. (...)
Im Foyer der Galerie sind Porträts der Künstlermitglieder präsent,die sie gegenseitig von sich machten. Fotos zeigen eine homogene Gruppe, der es auch um die Gemeinschaft, das sich gegenseitige Unterstützen, Inspririeren und Helfen ging. 
Vier Gründungsmitglieder kreierten die Gruppe und diesen ist jeweils ein Kabinett gewidmet: Jan Altink, der Pflüger genannt, weil er, so erklärt Kuratorin Petra Lanfermann, stellvertretende Leiterin der Bietigheim-Bissinger Galerie, »das Feld pflügen wollte, auf dem das Pflänzchen Expressionismus sprießen sollte.« Nach dem Pflüger ist die Künstlergruppe De Ploeg genannt – der Pflug. Altinks künstlerisches Verdienst, und dies sieht man in fast allen Werken der De-Ploeg-Künstler, ist es, typisch expressionistisch den Horizont nur sehr klein im Bild auftauchen zu lassen. Der Weg dahin ist für Altink viel, viel wichtiger. 
Jan Wiegers ist das zweite Gründungsmitglied. Er war mit zwei Werken schon einmal in Bietigheim-Bissingen vertreten, in der Ausstellung mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner, den Wiegers in Davos traf und mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Deshalb hängt auch eine Ansicht des Zuger Sees bei Davos in der Ausstellung. Wiegers gilt als Zeremonienmeister und Erneuerer in der Gruppe, da er viele neue, künstlerische Ideen, auch von Kirchner beeinflusst, einbrachte. 
George Martens war der Städtemaler. Er lebte mit seiner Frau Alida Pott, ebenfalls Mitglied der Gruppe, mitten in Groningen. Vielfache Werke zeigen vor allem die Grachten der Stadt. 
Johan Dijkstra war als Vierter der Netzwerker und Chronist. Er sorgte für die Öffentlichkeitsarbeit mit Hunderten von Artikeln. Die Ausstellung zeigt aber auch weitere Gruppenmitglieder, so den wohl bekanntesten auch außerhalb der Niederlande, Hendrik Werkman. Er war der Druckspezialist von De Ploeg, gestaltete Kalender, Plakate und erfand die sogenannten »Drücksel«. Mit alten Druckwerkzeugen oder Satzteilen »malte« er seine Werke, die dadurch wie Gemälde aussehen, aber vollkommen expressionistisch anmuten.«