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Adrienne Braun, Stuttgarter Zeitung, 27. November 2025

Heute gehört der Himmel Elon Musk

»Es ist die Königsdisziplin. Einen Würfel abzumalen, das mag man noch hinbekommen, ein Gesicht ist schon höhere Kunst. Aber Wolken zu malen, das ist wahrlich nicht jedem gegeben. Kaum hat man den Pinsel in den Farbtopf getunkt, ist das Motiv schon wieder entglitten und sind neue Formen entstanden. Wolken besitzen keine festen Konturen, sind obendrein räumlich, reflektieren das Licht und liefern ständig andere Farbnuancen, Da muss man schon viel Talent mitbringen, um das Himmelsschauspiel überzeugend auf der Leinwand wiederzugeben. Wohl deshalb gibt es kein Motiv, an dem sich die Maler über die Jahrhunderte hinweg so emsig abgearbeitet haben. Entsprechend hatte die Städtische Galerie Bietigheim – Bissingen leichtes Spiel, Beispiele zu finden für ihre neue Ausstellung „Dem Himmel so nah – Wolken in der Kunst“. Denn Wolken kann man so ziemlich allen Kunstepochen finden – große und kleine, Kumulus und Stratus, weiße Schleier, rosa Wattebäusche und schwarze Gewitterwolken. In Zeiten der Fotografie und digitalen Bildbearbeitungen hat es die Malerei schwer, sich noch Gehör zu verschaffen. Das sah um 1690 anders aus. Da konnte der Niederländer Ludolf Backhuysen mit seinem hochdramatischen „Schiffbruch des Heiligen Paulus bei Malta“ glänzen und beim Publikum mit Dramatik süßen Schauder erzeugen. Und auch der Bietigheimer Maler Gustav Schönleber evozierte 1889 mit seiner „Gewitterstimmung bei la Panne“ das Gefühl, dass man lieber schnell im Haus Zuflucht suchen sollte. Alle haben sie irgendwann Wolken gemalt – Erich Heckel und Emil Nolde, Gerhard Richter und natürlich auch Albrecht Dürer. (...)«