Ausstellungen
Vorschau

7. November 2026 bis 28. Februar 2027
Karl Hofer (1878–1955) gehört zu den bedeutendsten Malern der Moderne in Deutschland. Auf der Suche nach einer menschlichen Wahrheit jenseits politischer und modischer Strömungen entwickelte Hofer eine eigenständige Bildsprache zwischen Expressionismus, Neuer Sachlichkeit und Magischem Realismus – geprägt von eindringlicher Emotionalität, stiller Dramatik und hohem Symbolgehalt. Im Mittelpunkt steht dabei eindeutig die Darstellung des Menschen, doch schuf Hofer auch Landschaften und Stillleben. Sein Werk spiegelt seinen von Höhen und Tiefen geprägten Lebensweg ebenso wie seine persönliche Zerrissenheit. Als Direktor der Hochschule für bildende Künste in Berlin prägte er maßgeblich die Nachkriegsdebatte um Figuration und Abstraktion. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick über Hofers Schaffen mit rund 80 Gemälden, entstanden zwischen 1900 und 1955.
Eröffnung: Freitag, 6. November, 19 Uhr
ab 23. Januar 2027
Richard Hohly (1902–1995) kam 1936 nach Bietigheim und prägte als Zeichenlehrer nicht nur ganze Generationen von Schülerinnen und Schülern, sondern auch das künstlerische Leben der Stadt. Nach dem Studium war die Begegnung mit Edvard Munch für den jungen Künstler inspirierend gewesen. Im Zweiten Weltkrieg war er u.a. als Kriegsmaler an der Ostfront eingesetzt. Später prägten anthroposophische Ideen und die Farbenlehre Rudolf Steiners sein Schaffen maßgeblich. Das umfangreiche Gesamtwerk des Künstlers umfasst farbstarke Gemälde, experimentierfreudige Siebdrucke und beeindruckende Glasfenster. Mit der 1977 an die Felswände des Enzufers gebauten Felsengalerie schuf er für seine Arbeiten einen atmosphärischen Ort und einen künstlerischen Treffpunkt. Zu seinem 125. Geburtstag würdigt die Städtische Galerie den eigenwilligen Künstler mit einer Ausstellung, in der – neben seinen Pferdebildern und religiösen Werken – Arbeiten aus allen Schaffensphasen präsentiert werden.
20. März bis 27. Juni 2027
Mit unnachgiebigem Blick rückten Anna und Bernhard Blume (1936–2020 bzw. 1937–2011) die kleinbürgerliche Lebenswelt der deutschen Nachkriegszeit in den Fokus. Ihre humorvollen Fotoarbeiten sind Kommentare zu gesellschaftlichen Normen und Themen, die bis heute nichts an Brisanz verloren haben. Ihre chaotische Bildwelt und surrealen Szenen zeichnen sich durch pointierten Witz aus. Ihre Arbeiten sind niemals dogmatisch oder pädagogisierend. Die Protagonisten – sie selbst – sind weder strahlende Vorbilder noch moralische Wegweiser, sondern wirken oftmals unbeholfen, erfolglos und nahbar, genau darin liegt ihr Charme. Die Überblicksausstellung stellt das Werk des international renommierten Künstlerpaares in einen neuen, aktuellen Kontext: Ihre großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien, die Polaroid-Serien, aber auch Zeichnungen und Objekte aus dem Nachlass treten in den Dialog mit zeitgenössischer internationaler Videokunst.
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