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Jannik Schuster, Bietigheimer Zeitung, 20. März 2026

Kontraste von Kulturen und Religionen

In der neuen Ausstellung »Unglaublich! – Zeitgenössische Kunst in den Sphären der Religion« geht es um kulturelle Ausprägungen des Glaubens.

»Bereits im Oktober 2023 sei der erste Kontakt zu den beiden Künstlern Matthias Beckmann und Roland Stratmann entstanden, die nicht nur eigene Werke zu der Ausstellung beigetragen haben, sondern auch als Kuratoren tätig waren«, wie Galerieleiterin Isabell Schenk-Weininger erklärt.

Man habe sich bewusst dagegen entschieden, eine Überblicksausstellung zu kreieren, sagt Stratmann, stattdessen habe man eine feine und subjektive Auswahl an Werken getroffen. (…)

Parallelen der Heilversprechen

Zu sehen sind etwa fünf großformatige Bilder des Künstlers Martin Assig aus seiner Reihe „St.Paul“. Im Zuge einer schweren Krankheit habe sich dieser mit existenziellen Fragen beschäftigt, darunter auch der Unsterblichkeit. (…)

Eine Reihe an Zeichnungen von Nadine Rennert sind ebenfalls zu betrachten. (…)

Auch zwei Figuren der Künstlerin stellt die Galerie aus: Darunter eine Madonna, die in ihrer Brust eine weiße Fratze trägt, die an eine japanische Dämonenmaske erinnert. Die Figur stellt damit einen eindrucksvollen Kontrast zwischen dem Kontemplativen und dem Expressiven dar.

Kurator Matthias Beckmann hat eine Reihe an Zeichnungen zur Ausstellung beigesteuert, die im Bode-Museum und der Gemäldegalerie in Berlin entstanden sind. Sie zeigen religiöse Figuren, die ihrem kulturellen Kontext entrissen und in den jeweiligen Museen in einen völlig neuen Zusammenhang gesetzt wurden. (…)

Auch Fotografien sind in der Ausstellung zu sehen: So zeigt der Künstler Marwan Bassiouni Aufnahmen von Moschee-Innenräumen aus der Schweiz mit Blick durch ein Fenster nach draußen. Zu sehen sind dabei teilweise triste Industriegebiete, manchmal aber auch die malerische Alpenlandschaft der Schweiz.

Kontraste der Kulturen

Direkt nebenan wartet eine große Fotowand des Künstlers Miguel Rothschild auf die Besucher. Dieser hat Ladenfronten abgelichtet, die das Wort »Paradies« im Namen tragen – und doch überhaupt nicht idyllisch aussehen. (…)

Eindrucksvoll ist die Arbeit der in Brasilien geborenen Künstlerin Ana Hupe. Auf Fahnen, die mit Indigofarben hergestellt wurden, hat die Künstlerin Silhouetten kultischer Objekte verewigt, die ihren Kulturen entnommen wurden (…).

Viel zu entdecken gibt es auch in den Werken von Kurator Roland Stratmann. Auf der Basis echter Postkarten stellt er Adam und Eva in ihrer weit verbreiteten Darstellung als weiße Menschen Paaren gänzlich anderer Kulturen gegenüber. (...)«