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Gabriele Szczegulski, Bietigheimer Zeitung, 10. Juli 2026

Die Galerie wird zum Spielplatz

Die neue Ausstellung »Spielwiese Kunst« in Bietigheim-Bissingen wirft einen ganz neuen Blickwinkel auf die Kunstwerke und zeigt deren spielerische Seiten.

»Ein Spieleteppich zum Lümmeln mit Kissen, die Kunstwerke zeigen, ein Spiegel, auf dem man sich selbst für ein Selfie malen kann, Porträts, deren Personen man ein Leben zuordnen darf, ein Parcours mit Gegenständen aus Gemälden, unzählige Gegenstände, aus denen ein Stillleben für Instagram gemacht werden kann – was hat das alles mit Kunst zu tun? (...)
Die neue Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen heißt »Spielwiese Kunst« und genau das ist sie – die Kunst wird von ihrem Podest genommen und zum Spielgegenstand erhoben. Werke aus der Sammlung der Galerie – Linolschnitte und Gemälde regionaler Künstler – werden durchleuchtet oder zum Leuchten gebracht. Der Besucher beschäftigt sich intensiv mit den 136 Werken der 50 Künstler und Künstlerinnen der letzten 150 Jahre. Selten macht eine Ausstellung so viel Spaß. (...)
Endlich begreift der Betrachter, was eine Horizontlinie ist und wie wichtig sie für ein Gemälde, wenn circa 30 Landschaftsgemälde so gehängt wurden, dass sie eine verbindende Horizontlinie bilden. Und durch das Fernglas wird diese Linie noch eindrucksvoller sichtbar. (...)
Die Linie in manchen Kunstwerken wird so richtig sichtbar, in dem sie aus dem Werk auf der Wand einfach weiter läuft. Ein vierteiliges Kunstwerk von Barbara Wrede hängt in der Galerie – und auch im Wohnzimmer von Ex-Bundestrainer Joachim Löw. »Sieger, Verlierer, Finale, vorbei« steht auf den Drucken unter einer Figur, deren Gesicht verdeckt ist. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat die Künstlerin es gemacht. Davor steht ein Siegerpodest für Fotos. Es ist eine unterhaltsame Ausstellung, die den Blick für Kunst eindrücklich schärft.«