»Wo anfangen? Und wo aufhören? Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen dreht mit ihrer neuen Schau »Unglaublich« einmal mehr auf virtuose Weise am ganz großen Rad. Die Beschäftigung der zeitgenössischen Kunst mit Religiösem sei natürlich ein »riesiges Thema«, betont Galerieleiterin Isabell Schenk-Weininger. »Wir hätten zehn Ausstellungen machen können. « Die Idee - und damit der Fokus - stammt vom Kuratorenduo Matthias Beckmann und Roland Stratmann,die im Haus keine Unbekannten sind, waren sie doch in den vergangenen Jahren immer wieder als Künstler an Ausstellungen beteiligt. Künstler als Kuratoren seien immer interessant, so Schenk-Weininger, weil sie »einfach einen anderen Blick auf die Kunst haben«, einen anderen als etwa Kunsthistoriker. Ihm sei 2021 bei sich selbst aufgefallen, dass religiöse Bezüge verstärkt immer wieder auftauchten, erzählt Stratmann, so kam er auf das Thema für eine Ausstellung und ging auf Beckmann zu, ob das nicht ein gemeinsames Projekt wäre. Die nun gezeigte Schau mit ingesamt elf Künstlerinnen und Künstlern sei keine Überblicksausstellung, betont er, sondern sie sei »strukturiert, offen und subjektiv«.
Ein Großteil der Buchreligionen ist in dieser spannenden, höchst vielseitigen Schau vertreten, vieles, was zu sehen ist, lässt sich allerdings eher einer assoziativen Spiritualität zuordnen, die mitunter eng mit Brüchen in der eigenen Biografie verbunden ist. (...)«


