»(...) »Die Ausstellung verstehe Religion als ein Phänomen, das nicht mehr allein an bestimmte Orte gebunden sei. Sie werde durch Kolonialisierung und Migration in neue, teils gegensätzliche Kontexte gestellt, erklärte Galerieleiterin Isabell Schenk-Weininger«
Adam und Eva werden Figuren der Oglala Sioux gegenübergestellt
Roland Stratmann collagiert für seine Werke historische Postkarten. Darauf zeichnet er Motive von bekannter Kunst mit religiösen Themen. Christlichen Motiven wie Adam und Eva stellt er BIlder aus anderen Kulturkreisen gegenüber, etwa Figuren der Oglala Sioux, die im 19. Jahrhundert in der »Buffalo Bills Wild West Show« in Europa auftraten. (...)
Auch Ana Hupe thematisiert Verschiebungen von Bedeutungen. »Sie beschäftigt sich mit religiösen Objekten aus Südamerika und Westafrika, die im 19. Jahrhundert durch Raub, Ankäufe und Geschenke in deutsche Museen gelangten«, führt Schenk-Weininger aus. (...)
Kurator Matthias Beckmann richtet den Blick auf den Umgang mit religiöser Kunst im Museum. In Aquarellen hält er Präsentationsformen in Berliner Sammlungen fest und zeigt religiöse Werke im sachlichen Ausstellungskontext mit Beschriftungen, Rahmen und Vitrinen. (...)
Videoinstallation zeigt Umgang mit nicht mehr gebrauchten Heiligen Schriften
Migration und Identität sind weitere Themen der Schau. Die israelische Künstlerin Michal Fuchs setzt sich in ihrem Ensemble filigraner Skulpturen mit dem Titel »Der wandernde Jude« mit ihrer jüdischen Identität auseinander. (...)
Den Abschluss bildet die Videoinstallation »TBQ« (Abkürzung auf Englisch für Torah, Bible, Quran) von Nezaket Ekici und Shahar Marcus, die den Umgang mit nicht mehr gebrauchten Exemplaren der heiligen Schriften in den abrahamitischen Religionen Islam, Christentum und Judentum thematisiert, der ein sehr unterschiedlicher ist. Laut Schenk-Weininger hätten sich die Kuratoren bewusst für diesen Schlusspunkt entschieden: »Dieses Werk vereinigt in der Kombination von Ritual und Performance am stärksten die thematische Vielfalt der Ausstellung«.


