Quelle: SWR Kultur, SWR, 21.11.2025
»(...) Schleierwolken, Schichtwolken, Haufenwolken. Weiß fluffig am blauen Himmel oder als Vorboten eines bedrohlich schwarzen Unwetters. Wer in diesen Tagen die Städtische Galerie in Bietigheim-Bissingen betritt, taucht ein in 500 Jahre Wolken und ihre Spuren in der Kunstgeschichte. (..)
Die Schau stellt historische Werke zeitgenössischen Arbeiten gegenüber. So empfangen einen direkt am Eingang Himmelsbeobachtungen des Bietigheimer Künstlers und Karlsruher Professors Gustav Schönleber aus dem späten 19. Und frühen 20. Jahrhundert. Und zwischen Abend- und Gewitterstimmung hängt der zarte Wolkenvorhang der Künstlerin Anna Grath von 2014 an der Wand. (...)
Von Impressionismus bis zur Fluxus Bewegung
Wolken waren von jeher mit einer tiefen emotionalen, aber auch existentiellen Bedeutung aufgeladen. Die lebenslange Faszination für die Himmelsgebilde nimmt bei einigen der Künstler hier fast eine Art Besessenheit an. (…)
Die unterschiedlichen Positionen vom Impressionismus bis zur Fluxus-Bewegung nähern sich dem Motiv aus verschiedenen Perspektiven: reine Naturanschauung, die Wolke als symbolisches Konzept oder ästhetisches Experiment.
Wolke als Symbol des Klimawandels
Heute steht die Wolke vielleicht nicht mehr für einen strafenden Gott, dafür als Symbol für den Klimawandel, wie bei der Fotoarbeit »Wolkenmeer« der Künstlerin Almut Linde. Das abstrakte Geflecht aus weißen Linien auf blauem Grund erschließt sich erst auf den zweiten Blick. (…)«


